
Umgebung Panorama Friedrichstraße
Wie der sprichtwörtliche Phönix aus der Asche hat sich Berlin Mitte nach dem Mauerfall zum wuerdigen neuen Zentrum einer Weltstadt entwickelt. Den Staub der ehemaligen DDR, die von diesem Stadteil aus regiert wurden, hat das Viertel schnell abgeschüttelt. Heute ist der Stadtteil Mitte das Sinnbild der Boomtown Berlin und Heimat vieler junger Unternehmen, Konzern-Filialen, Exklusivläden und Boutiquen – aber auch der kreativen Szene.
Zu Weltruhm hat es inzwischen die Museumsinsel zwischen Spree und Kupfergraben gebracht, die die UNESCO 1999 zum Weltkulturerbe erklärt hat. Der nahe gelegene Berliner Dom wurde von Kaiser Wilhelm II igebaut. Er war von der Idee besessen, aus Berlin eine Kunststadt zu formen, die Paris und Rom übertreffen sollte und er sah den Dom ‘als Antowort des protestantischen Preußen auf das katholische Rom.’
Die Friedrichstraße war von Friedrich I., dem ersten König in Preußen konzipiert, als Querstraße zu Unter den Linden. Heute ist nach langen Jahren des erzwungenen Dornröschenschlafs die aufgepeppte Aorta zwischen dem neuen Groß-Bezirken Mitte und Kreuzberg-Friedrichshain voller Leben und Eleganz. Vor allem die drei im Untergeschoss miteinander verbundenen Neubaublöcke westlich vom Gendarmenmarkt mit den Designer-Boutiquen, dem Quartier 206 und den Galeries Lafayette zählen zu den feinsten Shopping-Meilen, die vor allem dem Kurfürstendamm Konkurrenz machen wollen.
Die Hackeschen Höfe in der Spandauer Vorstadt dagegen wirken auf Einheimische und Touristen gleichermaßen anziehend. In dem größten geschlossenen Hofareal Deutschlands kommt keine Langweile auf – Restaurants, Kinos, Theatre, Variete- und Kabarett-shows machen die Hackeschen Höfen zu einem beliebten Vergnügungs- und Dienstleistungszentrum, in dem man zudem wohnen kann. In der Gegend um den Hackeschen Markt, in der Oranienburger Straße, am Oranienburger Tor oder am Koppenplatz zu wohnen, gilt als überaus schick.
Nahe zu den Hackeschen Höfen liegt die Neue Synagoge im Scheunenviertel und das Kulturzentrum Tacheles in der Oranienburger Straße. Die Neue Synagoge fasste ursprünglich 3.200 Menschen und war mal als Hauptsynagoge das Zentrum des jüdischen Gemeindegeschehens in ganz Berlin (mit 160 000 jüdischen Mitbürgern). Während der ‘Kristallnacht’ vom 9. November 1938 brannte das Gebäude nieder und der Torso wurde dann noch 1943 durch Bomben zerstört. Seit 1995 überstrahlt die maurische Goldkuppel (sie ist öffentlich begehbar) weithin sichtbar das Scheunenviertel. Das Scheunenviertel wurde wegen der Feuerschutzverordnung von 1672 gegründet, die das Lagern von Brennbarem innerhalb der Stadtmauer verboten hatte. Im Laufe der Zeit galt der Kiez als Schmelztiegel der Armut. Vor allem zuziehende Ostjuden waren nach den Pogromen in Russland und Polen auf der verzweifelten Suche nach billigen Quartieren und prägten diese Straßen, in denen in der Folge ein Ghetto entstand.
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